. ARTIKULATION (PHONETISCHE AUTOMATISIERUNGS-UND DIFFERENZIERUNGSÜBUNGEN)
P-Laut
Ü Sprechen Sie nach!
Pech haben - bittere Pilze aussortieren— die Suppe auslöffeln — mit einem Rezept in die Apotheke gehen - auf das Brüderchen gut aufpassen - eine kleine Pause einlegen - einen Polizisten um Auskunft bitten
Ü Unterscheiden Sie:
Brot backen - ein Paket packen;
die Baßstimme singen — sich einen Paß besorgen;
etwas Billiges essen - bittere Pillen schlucken; müssen ein Loch bohren — die Poren reinigen;
eine Bude bauen — eine Pute braten;
eine Flasche Brause kaufen — eine Pause einlegen; einen Schüler loben - ein Lob aussprechen;
etwas nur aus Liebe tun - sich die Lippen schminken.
Ü Fordern Sie jemanden auf, von einer bestimmten Speise zu probieren!
Muster: Probieren Sie bitte diese Torte!
Bananenkompott., Apfelsinenkrem, Petersilienbutter, Pfirsichkompott, Pilzpudding, pikante Pilze, gebratene Pute.
Ü Bestellen Sie etwas beim Kellner!
Muster: Bringen Sie mir bitte ein Bier!
Backhähnchen, Beefsteak, Bierkaltschale, gebackener Blumenkohl, Bohnensuppe, Brühe mit Ei, Bratfisch,.Gänseleberpastete, Birnenkompott.
Ü Unterstreichen Sie die Wörter, die mit dem Laut <p> gesprochen werden!
Staub, Abwechslung, Grab, drüben, Gabel, Zauberer, halb. Grabmahl, üblich, Lob, glaubhaft, hübsch, ob, siebzehn. Erbse, rauben, belaubt, Sieb, graben, begabt, selbst, Erlebnis, erleben, Ergebnis, grob, beliebt.
T-Laut
Ü Sprechen Sie nach!
Einem Menschen auf Schritt und Tritt begegnen - durch Feld und Wald streifen - einem Waldpfad entlanggehen - ein reizvolles Thema behandeln - schlank wie eine Tanne sein -ein Gedicht von Goethe lesen — ein Ziel mit Geduld erreichen.
Ü Unterscheiden Sie:
Mehr handeln als reden - jemanden vor dem Ertrinken retten;
für eine Hilfeleistung danken - Benzin tanken;
deutsche Lieder lernen - ein neues Lied komponieren
Gelder auszahlen - Geld verdienen;
Bilder betrachten - selbst ein Bild malen;
Ü Unterstreichen Sie die Wörter, die mit dem T-Laut gesprochen werden!
Bad, dunkel, elend, müde, reden, Neid, standhaft, Mandel, Hand, Band, Bild, Adverb, radfahren, Landschaft, Ländereien, Land, Bilder, Bande,. Strand, Felder, Sandkasten, gelandet, Sendung, Fundstelle, Begründung, Kindheit.
Ü Bilden Sie Sätze, in welchen ausgesagt wird, ob man die folgenden Getränke oder Speisen trinkt oder ißt!
Muster: Ich trinke Kakao. Er trinkt Kakao.
Ich esse Abendbrot. Er ißt Abendbrot.
Tee, Kaffee, Kartoffeln, Mittag, Suppe, Most, Sekt, Fisch, Erdbeersaft. Brötchen, Kompott, Kuchen, Brause.
K-Laut
Ü Sprechen Sie nach!
Eine schöne Kette tragen — ein Konto auf der Bank haben — mit dem Kopfe nicken — eine köstliche Karikatur zeichnen.
Ü Unterscheiden Sie:
mit der Gabel essen — ein Kabel legen;
im Garten arbeiten — die Karten verteilen;
gern Obst essen — den Kern nicht verschlucken;
an Grippe erkranken — ein Kind in die Krippe bringen;
um die Gunst des Publikums werben — Kunsterziehung studieren;
ein gutes Wort einlegen — Eis lecken;
den Acker pflügen — den Pflug führen.
Ü Unterstreichen Sie die Wörter, in denen der K-Laut gesprochen wird!
Weg, gehen, Magd, Wagen, Zug, lügen, er lügt, vergnügt sein, er schlägt, beweglich, fegen, wegfahren, Ziege, Flugzeug, Fliege, Krieg, Gold, Klugheit, Gnade, grün, er sagte, ermöglichen, jemanden verständigen, Belegarbeit.
Ü Was ist größer, was ist kleiner?
Fernsehturm — Rathaus
Muster: Der Fernsehturm ist größer als das Rathaus.
Das Rathaus ist kleiner als der Fernsehturm.
Erwachsene — Kinder; Katzen — Hunde; Taschen — Koffer; Sessel — Stühle; Tasse — Kaffeekanne; Türen — Tore.
ng- und nk-Laut
Ü Sprechen Sie nach!
jung sein — einen Ring am Finger tragen— tanzen und singen, klingen und springen — einen Ball fangen— etwas Schönes verschenken — einen Onkel in England haben.
Ü Unterscheiden Sie:
Schön wie ein Engel sein — sieben Enkel haben;
sich mit der Klinge rasieren - Klinken putzen;
in den Keller eindringen — Wein trinken;
ein Lied singen — mit der Stimme in die Tiefe absinken;
Ü Bilden Sie aus den folgenden Verben Substantive mit der Endung -ung!
Muster: befragen — Befragung
verteidigen, kündigen, verdunkeln, charakterisieren, erarbeiten, darbieten, danksagen, erholen, befragen, heilen, belehren, bestrafen, erscheinen.
Ü Unterstreichen Sie die Wörter, in denen nur n gesprochen wird!
Mangan, angenehm, Angabe, Ungarn, ankommen, konkret, Kongreß, angemessen, Angehöriger, konkav, Angel, Bahngleis, Anglistik, Ungetüm. Funktion, unklar, Ingenieur, Engel, Engelika, Rangun.
S-Laute
Ü Sprechen Sie nach!
Stimmhaft:
An die See fahren — im sonnigen Süden Urlaub machen — auf der Wiese spielen —einen Brief nach Hause absenden — sich um jemanden sorgen — eine schöne Vase kaufen.
Stimmlos:
Mit Messer und Gabel essen— Nüsse knacken — an etwas Spaß haben — eine Prüfung in Psychologie ablegen.
Stimmhaft und stimmlos:
Die „Meistersinger von Nürnberg" besuchen — einen Rosenstrauß überreichen — viel Sehens- und Wissenswertes bieten— kunstgeschichtlich interessierte Besucher durch die Stadt führen.
Ü Unterscheiden Sie:
vor Angst blaß werden— eine blase am Fuss haben;
ein Los kaufen - eine Fahrkarte lösen ;
jemandem eine Szene machen – die Sehne anspannen;
einem Song lauschen - Solisten Beifall spenden.
Ü Unterscheiden Sie genau stimmhaftes und stimmloses ”s"! Berücksichtigen Sie aber auch die koartikulatorischen Zusammenhänge! Sagen Sie, was süß und was sauer ist! Muster: Zucker ist süß.
Zitronen, Pflaumen, Kuchen, Essig, Apfel, Konfekt, Heringssalat, Gurken, Schokolade, Birnen, Stachelbeeren.
Ü Erkundigen Sie sich nach einem Ihnen unbekannten Ort!
Muster: Können Sie mir bitte sagen, wo das Reisebüro ist?
Museum, Fernsehturm, Selbstbedienungsladen, Konsumgaststätte, Hotel „Sächsischer Hof", Sekretariat des Direktors, Sophienkirche, Lesesaal, Sektion Physik, Universität, Sozialversicherungsanstalt.
Ü Unterstreichen Sie die stimmhaften S!
Röslein, Sklave, Smaragd, Ferse, Pinsel, Solo, Vers, Szene, brausen, Keks, Büchse, Kekse, Sekt, Sibirien, Solidarität, Sinfonie, sowjetisch, Skala, Hausbau, Sozialismus, Fenster, Vase, Humanismus, Wesen, Skizze, Song.
ICH-Laut und SCH-Laut
Ü Sprechen Sie nach!
einen Bericht geben - ein tüchtiger Chemiker werden wollen - etwas recht und schlecht tun - etwas für null und nichtig erklären - jemanden lächerlich machen - ein Gedicht von Bertolt Brecht sprechen.
Sich Asche aufs Haupt streuen - eine Waschmaschine reparieren lassen - Wäsche schleudern - sich den Schaden betrachten - die Schimmelschicht beseitigen.
Ü Unterscheiden Sie:
ein Schema zeichnen — Chemie studieren;
ein Gemisch herstellen — sich ein Paar Schuhe kaufen.
Ü Bilden Sie kurze Sätze
Muster: die staubige Straße — die Straße ist staubig
die fleckige Hose , der zornige junge Mann, das bergige Gelände, der steinige Weg, die sumpfige Wiese, das eisige Wasser, das schattige Plätzchen, das sonnige Stübchen, das schmutzige Hemd.
Ü Sagen Sie, was leicht und was schwer ist!
Muster: Ein Ziegelstein ist schwer.
Feder, Wattebausch, Strohhalm, Baumstamm, Blechstück,
Blatt Papier, Bücherkiste, Säugling.
Ü Sagen Sie, daß etwas zu schwer für Sie ist!
Muster: Die Kiste ist zu schwer für mich.
Die Aufgabe, die Blechschere, die Schüssel, die Fremdsprache, das Gesellschaftsspiel, das Klavierstück.
Ü Bilden Sie Verkleinerungsformen durch die Endsilbe -chen!
Muster: Tasse — Täßchen
Mütze, Schatz, Rose, Koffer, Maus, Tasche, Herr,
Engel, Frau, Rad.
Ü Leiten Sie aus folgenden Substantiven mit Hilfe der Suffixe -ig, -lich und
-isch Adjektive ab!
Muster: Ritter - ritterlich
Ärger, Tat, Neid, Mutter, Herz, Eis, Chemie, Punkt, Haar, Tag, Wolle,
Narr, Weib, Mann, Herr, Berg, Stein, Stadt, Sumpf, Bauer.
Ü Entscheiden Sie, ob in den folgenden Wörtern <ig> oder <ik) oder <iς> gesprochen werden muß. Tragen Sie die richtigen Umschriftzeichen in die Klammern ein!
Könige ( ), lediglich ( ), reinigen ( ), beteiligt ( ), König ( ), königlich ( ), verteidigen ( ), Gläubiger ( ), fleißig ( ), Ewigkeit ( ), Tierbändiger ( ), kündigen ( ), verewigt ( ), ewig ( ), inniglich ( ), Einigkeit ( ), verewigen ( ), ruhiger ( ), Königreich ( ), einig ( ), einigen ( ), lebendig ( ), wenigstens ( ), sandig ( ), beleidigt ( ), gnädig ( ).
ACH-Laut und ICH-Laut
Ü Sprechen Sie nach!
ein gutes Buch lesen - Fachbücher verlegen;
das Fach Deutsch studieren - Akten in Fächer einordnen;
Rache nehmen - alle Rechte wahrnehmen;
vom Schlaf erwacht sein - als Nachtwächter arbeiten.
Ü Was ist flach, was ist hoch, was ist steil?
Muster: Die Autostraße ist flach. Der Aufstieg ist steil.
Bungalow - Schornstein; Dach des Hochhauses – Kirchendach.
W-Laut und F-Laut
Ü Sprechen Sie nach!
einen Wall um sich aufbauen - einen Fall bearbeiten;
die Qual der Wahl haben - fahl aussehen;
wach durchs Leben gehen - ein Fach studieren;
wegen des Umzuges einen Tag fehlen - die Stube fegen;
den guten Willen zu etwas haben - Nahrung in Hülle und Fülle vorfinden;
Wein trinken - sich fein machen.
Ü Sagen Sie, welche Vornamen Ihre Verwandten und Bekannten haben!
Muster: Wanda. Meine Mutter heißt Wanda.
Tochter: Valentina, Frau: Veronika, Großmutter: Virginia, Tante: Wal-
traud, Freundin: Wiebke.
Großvater: Waldemar, Vater: Werner, Sohn: Viktor, Enkel: Wilfried,
Freund: Wolfgang, Neffe: Willy.
Ü Sagen Sie, was wir wollen!
Muster: Wie wollen einen fröhlichen Abend verleben.
Wissen erwerben; um den Frieden kämpfen; gute Freunde sein; Frauentag feiern; uns bald wiedersehen; ferne Länder besuchen.
Ü Bilden Sie aus den folgenden Verben mit Hilfe des Präfixes ver- andere Verben und erklären Sie die Bedeutung der so entstandenen Wörter!
Muster: stoßen — verstoßen
kaufen, lieben, achten, geben, leiten, färben, bieten, stehen, tilgen, ändern, laufen, beugen, treten, siegen, jagen, loben, drängen, kennen, urteilen, hallen, führen.
ACH-Laut und R-Laut
Ü Sprechen Sie nach!
eine Festwoche vorbereiten - sein Wort halten;
Fugen von J. S. Bach vortragen - eine freundliche Art haben;
das Bad kacheln - sich nicht in die Karten gucken lassen;
im Kochbuch nachschlagen - im Chor singen.
Ü Wir fahren zum ... oder zur.. .?
Muster: Wir fahren zur See.
Großmutter, Rathaus, Arbeitsstelle, Arbeit, Gartenlokal, Bachhaus, Rennstrecke, „Neue Wache", Fachtagung, Erntehilfe.
Ü Was ernten wir?
Muster: Wir ernten grüne Bohnen.
Rote Rüben, grüner Salat, Roggen und Gerste, Kartoffeln, Rotkohl, Weißkraut, Radieschen, Birnen, Stachelbeeren.
Ü Bilden Sie Substantive mit dem Suffix -er!
Muster: einer, der eine Kunst ausübt — Künstler
ein Mann aus England; einer, der Lyrik schreibt; einer, der in Berlin zu Hause ist; einer, der nicht raucht; einer, der sich mit Phonetik beschäftigt; einer, der unmäßig Alkohol zu sich nimmt; einer, der aus einem fremden Lande kommt; einer, der in der Elektronischen Datenverarbeitung Programme zur Lösung von Problemen aufstellt.
2. I N T O N A T I O N
Im Satz werden immer die Redeteile hervorgehoben, welche die Aufmerksamkeit des Hörers auf sich ziehen sollen. Es wird also das Neue und das Wichtige betont. Der Redeteil, welcher das Neue oder das Wichtige enthält, heißt kommunikatives Zentrum oder psychologisches Prädikat. Z. B.: Der Junge blinzelte in die Sonne. Vielleicht kommen Sie mal wieder, und wir treffen uns. Die hauptbetonte Silbe liegt im kommunikativen Zentrum des Satzes. Dabei ist besonders auf den Sinn des Ausspruches zu achten. Nur wenn dem Sinn entsprechend betont wird, kann der Hörer das Gesprochene richtig verstehen und verarbeiten. Satzbetonung in ruhiger Rede.
2.1.1. Satzbetonung in ruhiger Rede
Betont wird
1. das Wort, welches die wichtigste Information enthält und das Neue oder Unbekannte vermittelt (Rhema),
2. besonders das letzte sinnwichtige Glied einer Reihung,
3. das letzte Glied in Attributgruppen,
4. gegensätzliche Glieder,
5. das Präfix zusammengesetzter Verben, wenn kein bestimmendes Wort die Betonung auf sich zieht,
6. in zusammengesetzten Sätzen mit mehreren kommunikativen Zentren das jeweils sinnwichtigste Wort.
Beispiele:
zu 1.: Peter bleibt zu Hause.
zu 2.: Alles rennet, rettet, flüchtet.
zu 3.: Er setzte sich in den Sand des Sommerweges und zerrte an seinen
Haaren, als wollte er sich daran aus dem Schlaf ziehen.
zu 4.: Es. kommt in jedem Schaffensprozeß nicht nur auf die Quantität
sondern auch auf die Qualität an.
zu 5.: Sie sah den Jungen an.
zu 6.: Sie öffnete die Tür, und ich überreichte ihr die Blumen.
Betont werden 1. gefühlsbetonte Wörter
2. mehrere situativ gewichtige Wörter.
Beispiele: 1. Das ist ja eine tolle Geschichte!
2. Spreche i ch etwa unverständlich?
Ü Segmentieren Sie diesen kurzen Text! Markieren Sie die Akzentsilben!
Der kleine Peter fragt seine Tante: „Bist du Schauspielerin?" „Nein, mein Junge, warum fragst du?" — „Mein Papi sagt immer, wenn du kommst, beginnt das Theater."
(ZUSAMMENHANG VON SATZBETONUNG UND SATZMELODIE)
Neben der Satzbetonung weist die Satzmelodie auf den Sinn des Ausspruches hin. Es gibt nichts Gesprochenes ohne Satzmelodie. Satzbetonung und Stzmelodie sind eng miteinander verbunden, weil die Satzbetonung mit einer Veränderung der Satzmelodiebewegung einhergeht: mit den betonten Silben verläßt der Redende die vorangegangene Tonlage nach unten oder nach oben. Dadurch entstehen typische Intonationsverläufe, die modelhaft festgelegt werden können. Um Intonationsmodelle richtig anwendn zu können, muß die Aussage der gesamten rede und nicht nur die Aussage eines eizelnen Satzes. Maßgebend für den Intonationsverlauf in der Redereinheit ist vor allem der Kontext und die kommunikative Absicht der Redenden.
D
ie
Silben, die zum Sinnschritt gehören und vor der Akzentsilbe liegen,
bilden den Vorlauf. Die Silben nach der Akzentsilbe bis zum Ende des
Sinnschritts bilden den Nachlauf (Abb.15). Wenn die Akzentsilbe als
erste Silbe des Sinnschritts auftritt, fällt der Vorlauf weg, wenn
sie am Ende des Sinnschritts steht, fällt der Nachlauf weg
(Abb.16.): Um die
deutsche Satzintonation lehrbar und erlernbar zu
machen, müssen wir von der konkreten
Abb.
16. Akzentuierung
R